Du verkaufst auf Amazon.co.uk oder Schweizer Kunden bestellen bei dir über Amazon.de – und die Rechnung aus Billbee wirkt falsch: mit deutscher Umsatzsteuer, mit britischer VAT oder doppelt. Hier steht, wer bei diesen Bestellungen die Steuer abführt und wie Billbee die Rechnung dazu baut.
Von Felix Doll, zertifizierter Billbee-Partner · Zuletzt geprüft: Oktober 2026
Vereinfacht für Amazon-Bestellungen, die du selbst aus Deutschland versendest (MFN/FBM), an Privatkunden. Stand Oktober 2026, ohne Gewähr – keine Steuerberatung.
| Fall | Steuer im Zielland trägt | Deine Rechnung aus Billbee |
|---|---|---|
| Großbritannien, Sendung bis 135 £ an Privatkunden | Amazon (als Marktplatz) | Keine deutsche USt., keine UK-VAT von dir |
| Großbritannien, über 135 £ | Einfuhr: Empfänger oder du, je nach Lieferbedingung | Keine deutsche USt. (Ausfuhr) |
| Großbritannien, Ware liegt schon im UK-Lager | Amazon (als Marktplatz); Einfuhr-VAT zahlst du beim Einlagern | UK-Registrierung prüfen |
| Nordirland (Postleitzahl BT…) | Folgt bei Waren EU-Regeln | Wie EU-Fernverkauf, nicht wie Ausfuhr |
| Schweiz, Normalfall | Empfänger zahlt Einfuhrsteuer bei Zustellung | Keine deutsche USt. (Ausfuhr) |
| Schweiz, ab 100 000 CHF Kleinsendungen im Jahr | Du, nach Eintragung in der Schweiz | Schweizer MWST auf der Rechnung |
Klicke dich durch die Schritte. Bilder aus einem Billbee-Testkonto, per Klick vergrößerbar.
Amazon.co.uk gehört in Billbee zur Region Europa und bekommt mit „Marktplatz als Tag übernehmen" den Tag AMZ_UK. Einen eigenen Schweizer Amazon-Marktplatz gibt es in Billbees Liste nicht: Schweizer Kunden bestellen z. B. über Amazon.de, die Bestellung trägt dann AMZ_DE und eine Schweizer Lieferadresse. Entscheidend für die Steuer ist das Lieferland, nicht der Marktplatz.
Stolperfalle: Der Tag wird nur bei neu importierten Bestellungen gesetzt. Wie du Amazon je Region verbindest: Amazon in mehreren Ländern.
Für Sendungen bis 135 £ von außerhalb des UK an Privatkunden in Großbritannien berechnet laut britischer Steuerbehörde (HMRC) der Marktplatz die UK-VAT beim Verkauf und führt sie ab. Amazon gilt dann als Leistender („deemed supplier") und stellt dem Kunden die Rechnung aus. Für dich ist es aus deutscher Sicht eine Ausfuhr ohne deutsche Umsatzsteuer.
Stolperfalle: Die 135 £ gelten je Sendung, nicht je Artikel. Kauft ein Firmenkunde mit britischer VAT-Nummer, gilt die Marktplatz-Regel nicht – dann musst du dich laut HMRC selbst registrieren.
Lieferungen in die Schweiz sind aus deutscher Sicht eine steuerfreie Ausfuhr. Die Schweizer Einfuhrsteuer zahlt normalerweise der Empfänger bei Zustellung. Anders, wenn du mit Kleinsendungen (Einfuhrsteuer bis 5 CHF) mindestens 100 000 CHF im Jahr in die Schweiz verkaufst: Dann musst du dich bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eintragen, gilst als Importeur und stellst Schweizer MWST in Rechnung. Seit 2025 können zudem Plattformen selbst als Verkäufer gelten (Plattformbesteuerung).
Wichtig: Ob Amazon für deine Verkäufe als Schweizer Plattform registriert ist, zeigt die ESTV-Liste der registrierten Plattformbetreiber. Davon hängt ab, wie deine Lieferung steuerlich zählt – das klärst du mit deiner Steuerberatung.
Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, folgt bei Waren aber den EU-Umsatzsteuerregeln. Lieferungen aus Deutschland dorthin werden daher wie Lieferungen in ein EU-Land behandelt (Stichwort OSS), nicht wie eine Ausfuhr nach Großbritannien. Firmenkunden dort haben USt-IDs mit dem Kürzel XI statt GB.
Stolperfalle: In der Lieferadresse steht trotzdem „Vereinigtes Königreich". Erkennst du Nordirland an der Postleitzahl (beginnt mit BT), prüf den Steuermodus dieser Bestellungen von Hand.
Unter Einstellungen → Steuereinstellungen → Ländereinstellungen ist „Drittland erkennen" normalerweise an. Dann importiert Billbee Bestellungen nach UK und in die Schweiz im Modus „Ausfuhr in Drittland (netto)", also ohne deutsche Umsatzsteuer. Das klappt nur, wenn deine eigene Anschrift unter Benutzerdaten → Rechnung & Zahlung steht. Zusätzlich hat jede Shopverbindung einen Reiter Umsatzsteuer.
Stolperfalle: Der Steuermodus der Amazon-Verbindung ist nicht an die Konto-Einstellungen gekoppelt. Änderst du das eine, prüf das andere. Mehr zu „Nettopreis gleich Bruttopreis": Versand in Schweiz, Norwegen, UK.
Öffne eine UK- oder Schweiz-Bestellung und schau im Reiter Allgemeines auf das Feld Umsatzsteuer. Für eine Ausfuhr steht dort „Ausfuhr in Drittland (netto)". Nur wenn du selbst im Zielland registriert bist (UK-VAT oder Schweizer MWST), gehört deine dortige Nummer ins Feld „USt. Id / VAT Id (Verkäufer)" und die Steuer des Ziellands auf die Rechnung.
Stolperfalle: Ist die Rechnung schon mit falscher Steuer erstellt, hilft nur Storno und neue Rechnung. Darum vor dem Erzeugen prüfen.
Billbee lädt Rechnungen zu Amazon hoch, wenn in der Verbindung „Rechnung automatisch hochladen" und „Marktplatz als Tag übernehmen" an sind und die Bestellung auf Versendet steht. Im Seller Central müssen der Umsatzsteuer-Berechnungsservice (VCS) und die Rechnungserstellung durch Amazon aus sein. Laut Billbee-Hilfe geht der Upload nur bei den europäischen Marktplätzen.
Stolperfalle: Ob Amazon.co.uk dabei mitzählt, sagt die Billbee-Hilfe nicht ausdrücklich. Bei Bestellungen, für die Amazon die UK-VAT abführt, stellt Amazon dem Kunden laut HMRC ohnehin selbst die Rechnung aus. Kein Punkt und kein Komma in der Rechnungsnummer.
Tippe auf eine Karte.
In der Regel nicht: Aus deutscher Sicht ist es eine Ausfuhr. In Billbee steht dann „Ausfuhr in Drittland (netto)". Den Ausfuhrnachweis bewahrst du auf.
Bei Sendungen bis 135 £ von außerhalb des UK an Privatkunden führt laut HMRC Amazon als Marktplatz die UK-VAT ab. Darüber gelten die normalen Einfuhrregeln.
Nein, in Billbees Liste der Amazon-Marktplätze gibt es keinen Schweizer Marktplatz. Schweizer Kunden bestellen z. B. über Amazon.de, die Bestellung hat dann eine Schweizer Lieferadresse.
Laut ESTV, wenn du mit Kleinsendungen (Einfuhrsteuer bis 5 CHF) mindestens 100 000 CHF Umsatz im Jahr in die Schweiz erzielst. Dann stellst du Schweizer MWST in Rechnung. Im Einzelfall mit der Steuerberatung klären.
Für Waren gelten dort die EU-Umsatzsteuerregeln. Lieferungen aus Deutschland werden wie EU-Fernverkäufe behandelt, nicht wie eine Ausfuhr nach Großbritannien. Steuermodus in Billbee von Hand prüfen.
Die Billbee-Hilfe nennt den Upload für die europäischen Marktplätze, UK nicht ausdrücklich. Bei Bestellungen, für die Amazon die UK-VAT abführt, stellt Amazon selbst die Rechnung aus.
Billbee ist eine Marke der Billbee GmbH. Diese Seite ist keine offizielle Billbee-Hilfe. Mehr in der Billbee-Hilfe zur Amazon-Verbindung, bei GOV.UK zur VAT über Marktplätze und bei der ESTV zu Versandhandel und Plattformbesteuerung. Steuerangaben vereinfacht, ohne Gewähr – keine Steuerberatung. Bildschirmfotos aus einem Billbee-Testkonto, Stand Oktober 2026. Siehe auch alle Anleitungen.
Zertifizierter Billbee-Partner · Experte für Billbee, DATEV und Lexware Office
Ich richte Billbee für Onlinehändler ein und schreibe diese Anleitungen aus der täglichen Praxis. Die Schritte und Screenshots stammen aus einem echten Billbee-Konto.
Zuletzt geprüft: Oktober 2026
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